Ich will der Heldin Frau Ute Bock ein Jahr nach ihrem Ableben mit diesem Beitrag gedenken. Sie inspiriert und ermutigt mich täglich in meiner eigenen persönlichen Arbeit. Für mich verkörperte sie den vielbesungenen Wiener Schmäh, welcher auch in der Vergangenheit von jeher assoziiert war mit einer rauhbeinigen, aber grosszügigen Herzlichkeit.

Ihre Arbeit wird unterstützt von vielen Künstlerinnen, wie Josef Hader, Karl Markovics, Viktor Gernot, Andreas Vitasek, Julia Stemberger, Dolores Schmidinger, Peter Kern und Alexander Pschill und vielen Anderen mehr. Vom österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen bis zum Unternehmer Hans Peter Haselsteiner hat ihr Verein viele prominente Helferinnen, und Preise bekam ihr Lebenswerk ebenfalls viele bereits verliehen, wie z.B. den UNHCR Flüchtlingspreis.

Die Filme Bock for President und Die verrückte Welt der Ute Bock will ich hier ebenfalls erwähnt wissen. Posthum wurde ihr Leben 2018 jüngst verfilmt mit Ute Bock Superstar.  Sie scheute sich nie, ehrlich und authentisch, Unterstützerinnen für ihre Arbeit zu gewinnen.

Sie half ihr ganzes Leben lang Menschen in egal welcher Not. Zu Beginn waren es Lehrlinge, dann Obdachlose … und immer auch Migrantinnen. Ihr war es egal, welcher Mensch vor ihr stand, wenn er Hilfe benötigte und sie konnte helfen, dann half sie.


Dass man durch Herumtelefonieren noch immer am Allermeisten und am Unmittelbarsten erreichen kann, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Man verbindet sich auf diesem Wege als Mensch mit einem seiner Mitmenschen auch in unserer modernen Zeit noch immer am direktesten. Ute Bock wollte “ekelhaft und lästig” sein, wenn sie dadurch einen Schlafplatz für Mutter und Kind auftreiben konnte. Sie war eine bedingungslose Menschenhelferin, die ihren Mut, ihre Stärke und ihre positive Ausstrahlung auch durch ihren Schlaganfall im Dezember 2013 nicht verloren hatte. UND sie nutzte danach noch die Zeit, ihren Verein, www.fraubock.at, bedacht und mit Herz zu übergeben. Das tröstet mich. Eine tapfere Frau hat danach ihre wohlverdiente Ruhe angetreten.

Sie lehrt uns, dass das höchste Gut schlicht und ergreifend die bedingungslose Menschlichkeit ist.

Das Phänomen, dass ehemalige Hilfsbedürftige heutigen Notleidenden helfen und so in Dankbarkeit ihre damals empfangene Hilfe weitergeben, … die Vertreterinnen dieses aufrechten Menschenschlags finden wir hier, rund um Frau Bock. Außerdem waren wir, oder unsere Familien, Alle irgendwann einmal Flüchtlinge, … oder werden es einmal sein.

Wer eine Chance bekommt, . . . . . . . . nutzt sie auch!