eine typische Sekretärin mit Brille hält verschmitzt lächeln beide Daumen hochd

Der Jungunternehmer Armin Steuernagel hat eine Mission. Er will die effizientere und moderne Unternehmensform der Sich-Selbst-Gehörenden-Unternehmen in ‘Verantwortungseigentum‘ für Deutschland rechtlich umsetzbar machen. In Dänemark haben sich diese Firmen bereits als krisenresistenter erwiesen und der Gesetzgeber hat dort bereits mit der dementsprechenden Gesetzesänderung darauf reagiert.

In dieser neuen Form der Unternehmen steht nicht mehr Gewinnmaximierung im Vordergrund, sondern es sind die Kundinnen, die Mitarbeiterinnen und der Unternehmenszweck.

Gewinne sind Mittel zum Zweck und nicht mehr Selbstzweck.

In Deutschland wird das fehlende Gesetz für unverkäufliche Betriebe dank dem 1 % Anteil bei purpose-economy.org umschifft und das Verantwortungseigentum für Unternehmerinnen möglich gemacht.

Purpose ersetzt somit die Gründung einer Stiftung, welche juristisch und vom monetären Einsatz her sehr aufwendig ist.

‘Moderne Unternehmerinnen wissen, dass herkömmliches Wachstum nicht dasselbe wie Wohlstand ist. Es geht ihnen um einen purpose – um Sinn, Zweck, Bestimmung. ….. ‘

” ‘Wachstum’, schreibt Laloux, “ist nur ein Ziel, wenn damit der purpose in größerem Maßstab erreichbar wird, aber niemals ein Ziel an sich.’ ” – Frederic Laloux in seinem Bestseller ‘Reinventing Organizations‘,

(aus dem Artikel ‘Glücklich enteignet’ v. Jens Tönnesmann in: Die Zeit N°33 vom 6. August 2020, Wirtschaft, Serie: Wende Zum Weniger (Teil 4) )

“Moderne Unternehmer ticken anders, hat Laloux beobachtet. Ihnen sei wichtig, dass die begrenzten natürlichen Ressoucen wiederverwendet werden; sie wüssten, dass herkömmliches Wachstum nicht dasselbe wie Wohlstand sei.” (zitiert aus dem Artikel v. Jens Tönnesmann)

Als ihrer Zeit vorauseilend kann die Carl-Zeiss-Stiftung gelten.

Ein modernes erfolgreiches Beispiel ist Ecosia – ein sich selbst gehörendes Unternehmen, das für einen klar definierten Sinn von Christian Kroll gegründet wurde.

Mithilfe des Beitrittes zur Purpose-Foundation hat Hr. Kroll der Firma “den kapitalistischen Zahn gezogen”. : )

Die Frage einer Mitarbeiterin, ob sie wirklich für den guten Zweck arbeite, (wie Armin Steuernagel, der Gründer von Bio-Snacks und Öko-Spielzeug, immer proklamierte) oder am Ende doch nur, um sein Vermögen zu vermehren, brachte Herrn Steuernagel zum Nachdenken. Seitdem arbeitete er an der Verwirklichung dieser Idee.

Unter der Überschrift ‘Unfuck the Economy‘ rief er im Jahr 2019 die Purpose Stiftung ins Leben, “die es Firmen ermöglicht, sich in Verantwortungseigentum zu verwandeln.” (aus ‘Glücklich enteignet’ v. Jens Tönnesmann).

… und das geht so:

Ich will vorausschicken: es ist zu unterscheiden zwischen Stimmanteilen (= Stimmrechte) und Kapitalanteilen.

Die Purpose-Stiftung bekommt das entscheidende 1 % der Stimmanteile und dieses ist ein festgelegtes Vetorecht, gegen Verkauf.

Die übrigen Stimmanteile (Stimmrechte) verbleiben also zu 99% bei den Unternehmerinnen und Mitarbeiterinnen. Die können schalten und walten, aber sich keine Gewinne auszahlen.

Die Kapitalanteile dienen der Investition, wobei allfällige Investoren nach oben gedeckelte Dividenden erhalten. Die Art der Investitionen bestimmen die Stimmanteile.

“Diese Trennung von Kapital- und Stimmanteilen ist entscheidend bei dem Modell, genau wie ein Vetorecht der Stiftung: Mit ihrem einen Stimmanteil soll sie den Verkauf der Firma blockieren. Steuernagel liefert ein Gerüst für ‘sich selbst gehörende Unternehmen’ von der Stange.” (aus ‘Glücklich enteignet’ v. Jens Tönnesmann)

Thematisch verwandt ist der Beitrag ‘Das Gemeinwohl‘ ebenfalls sehr interessant.