Diesmal möchte ich dich mitnehmen auf eine Reise nach Tansania und Mosambik, Afrika. Dort werden Landminen mithilfe von intelligenten Tieren entschärft und ehemalige Dorfgemeinschaften dadurch wieder bewohnbar gemacht.

Porträt von Bart Weetjens, hageres längliches Gesicht, abrasierte stoppelglatzige Haare, dunkle Augen, mit einem Lächeln auf den Lippen,circa 50 Jahre alt  eine Ratte schaut aus blitzblauem, grob gewebtem Stoff hervor, man sieht nur den Kopf mit den Ohren

Bart Weetjens, ein ehemaliger Ingenieur für Design aus Antwerpen,Belgien, hatte bereits als Kind eine Vorliebe für Nagetiere. Mithilfe seiner NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) APOPO, die von finanziellen Unterstützungen und Spenden lebt, hat er den hervorragenden Geruchssinn von Ratten zu einer großen Hilfe für uns Menschen werden lassen.  Er und sein Team trainieren die Tiere seit dem Jahr 1995 mittels klassischer Konditionierung dahingehend, dass sie den Sprengstoff TNT erschnüffeln und dann melden. TNT, die weit verbreitetste chemische Substanz, die in fast allen Bomben, Minen und Sprengkörpern enthalten ist.

In Morogoro, Tansania, befindet sich die Universität Sokoine, deren Schwerpunkte nachhaltige Landwirtschaft und Management natürlicher Ressourcen sind und die auch eine Abteilung für Nagetiere hat. 28 ha Land hat die Uni der NGO Apopo seit dem Jahr 2000 zur Verfügung gestellt, zur Aufzucht und für das Training der Ratten.

Fertig ausgebildet, reist die Ratte Ronaldinho im Video zu ihrem Einsatzgebiet nach Mosambik und entschärft dort unter anderem “Antipersonen-Minen” (ein Wort, das ich noch nie gehört hatte, wo ich mir jedoch sicher bin: nomen est omen).  Auch in Angola hat Apopo mit ihren ausgebildeten Ratten bereits erfolgreich Minen lokalisiert, die dann unschädlich gemacht werden können. Die NGO wurde auch schon ausgezeichnet für ihre Erfolge, unter anderem vom “Zentrum für humanitäre Minenräumung” in Genf.

Und Herr Weetjens hat weiterführende, große Pläne für die Einsetzbarkeit der lehrsamen Ratten. Im Experimentierstadium stehen das Erschnüffeln von ansteckenden Krankheiten, wie z.B. Tuberkulose, und das Explorieren von Erdbebengebieten zum Aufspüren von Verschütteten.