Rodrigo Baggio gründete CDI, das Center For Digital Inclusion, um auch sozial benachteiligte Menschen teilhaben zu lassen am World Wide Web. CDI steht aber auch für Kommittee zur Demokratisierung der Informatik. Herr Baggio begann 1995 in Rio de Janeiro mit seiner Non-Profit-Organisation und sein Ziel ist es, mithilfe von Technologie, das Leben von sozial benachteiligten Menschen in ganz Brasilien zu verbessern. 50% aller Menschen in seinem Land haben keinen Zugang zum Internet und das will er ändern, damit Brasilien konkurrenzfähig wird, mit den technologischen Vorgaben der ersten Welt mithalten kann. Dafür werden CDI-Kommunikationszentren vor Ort, direkt in Armenvierteln selbst, in sogenannten Favelas, eingerichtet, die selbstverwaltet von Lehrerinnen geführt werden, die die sozialen Verhältnisse der Kinder aus eigener Erfahrung kennen. Die brasilianischen Kinder gehen in diese “Computer-Schulen” recht gerne, denn es ist zuerst einmal in jedem Fall besser, als auf der Straße herumzuhängen. Neben dem Unterrichten von Informatik gehört jedoch ebenso ins Konzept, die Kinder zu ermutigen, Dinge zu hinterfragen und kritisch denken zu beginnen.

Eine von Herrn Baggio`s Computer-Schulen hat auch Eingang gefunden in eine Jugendhaftanstalt am Rande von Rio de Janeiro, wo die jungen Erwachsenen vielleicht nach der Absolvierung ihrer Strafe, meistens wegen Raubes und/oder Drogenhandel, durch ihre technologischen Kenntnisse doch noch eine Chance  auf ein erfolgreiches, selbstbestimmtes Leben finden werden. Ein 19jähriger Ex-Häftling unterrichtet die täglich stattfindenden Kurse. Auf ihn lassen sich die inhaftierten Jugendlichen ein, denn er ist ‘einer von ihnen’.

Rodrigo Baggio hat sein Leben dieser Idee verschrieben und für weiterführend Interessierte muss ich hier noch ein Video von vor 4 Jahren anfügen, wo er bei TED über seine CDI und ihre Expansion spricht. Ich lerne daraus z.B., dass es mittlerweile 715 dieser Computer-Zentren gibt, in 17 brasilianischen Städten und in weiteren 9 Ländern weltweit (z.B. in Grossbritannien: CDI-Apps for Good). Ich bin beeindruckt. Ich lerne auch daraus, dass er bereits selbst ein Meister im Vernetzen ist und die global besten IT-Kräfte mobilisiert, um in Brasilien Innovationen anzukurbeln mithilfe von

“Changemakern”, das sind Einzelpersonen, die sich als Sozialunternehmerinnen für soziale und umweltschützende Belange engagieren. Changemaker, der Typ Mensch, welcher heute, im dynamischen 3. Jahrtausend, gefragter denn je ist und alleinig nachhaltige Erfolge bringen wird.

Als Beispiel: Herr Baggio ermöglichte CDI-Apps for Good – Centers in Grossbritannien.

Im Folgenden, noch ein kurzes Video, wo Hr. Baggio eine kurze Begebenheit erzählt, als Beispiel, wie die Befähigung zur Informatik einem indigenen Volk an der Grenze zu Peru wahrhaftig helfen konnte. Ich stelle mir vor, dass Exilbrasilianerinnen diese Erfolgsstory gefällt.