drei rote Pfeile im Kreis auf grünem Grund

Sie werben mit dem Anspruch: lokal, transparent und ökoeffektiv zu sein: Michael Berlin, Gregor Hoffmann, Stefan Bauer, Bernhard Zehetbauer und Philipp Filzwieser. Sie wollen “in Wien und für Wien” frischen Fisch und geschmackvolles Gemüse produzieren. Das ist, seit 2016, Blün.

Aquaponik heisst das Verfahren, auf das Blün setzt. Darin werden die Techniken der

  • a) Aufzucht von Fischen in Aquakultur  und der
  • b) Kultivierung von Nutzpflanzen mittels Hydrokultur 

miteinander verbunden. Mit solcherart moderner Kreislaufwirtschaft lässt sich effektiver Klimaschutz praktisch realisieren. 

Das System funktioniert, indem die Exkremente aus der Fischzucht als Nährstoff für die Pflanzen verwendet werden. Dies geschieht meist automatisiert über Pumpenanlagen. Die für die Pflanzenaufzucht nötige Nährstoffzusammensetzung wird durch die gezielte Auswahl des Fischfutters reguliert.

Geschlossene Aquaponiksysteme arbeiten nahezu emissionsfrei. Energie, Wasser, Dünger und Rohstoffe lassen sich sparen, die Umwelt wird geschont. Das Wasser des Aquakultur-Kreislaufs wird mittels Filter mechanisch von Feststoffen befreit. Das noch im Wasser befindliche  Ammonium – ein Stoffwechselprodukt der Fische – wird durch Nitrifikation mittels eines von Bakterien besiedelten Biofilters in Nitrat umgewandelt, das dann als Dünger für die Pflanzen dient. Dabei wachsen Letztere auf Mineralwolle (Nährstofffilm-Technik) und nehmen über die Wurzeln einen Nährfilm auf, dem sie die Nährstoffe entziehen und das überschüssige Wasser über die Blätter an die Luft abgeben. Dieses Wasser wird nach Kondensation dem System erneut zugeführt, was den Frischwasserverbrauch für Fischbecken und Bewässerung verringert. Das Projekt ASTAF-PRO, welches dieser Beschreibung der Aquaponik-Vorgangsweise zugrundeliegt (siehe Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei), erhielt 2012 den Forschungspreis Nachhaltige Entwicklungen des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung.