Das Patientinnen-Wohl vor Profit zu stellen, dafür plädiert die weltweite Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. 1971, von 12 Ärztinnen und Journalistinnen in Frankreich gegründet, hilft sie Menschen aller Couleur in Krisengebieten bis heute.

Ärzte ohne Grenzen ist die deutsche Übersetzung des Namens der am 21. Dezember 1971 gegründeten größten internationalen Organisation für medizinische Nothilfe Médecins Sans Frontières, international kurz MSF genannt.
Die Vereinigung hat seit den 1990er Jahren Sektionen in 19 Staaten, in Griechenland, den USA, in Kanada, Japan, Großbritannien, Italien, Deutschland, Österreich, in Australien, Dänemark, Schweden, Norwegen, in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ein internationales Büro in Genf hat koordinierende Funktionen und unterstützt die Zusammenarbeit im Netzwerk. Jährlich werden für Projekte der Organisation etwa 3000 Ärztinnen, Psychologinnen, Krankenschwestern und Pflegerinnen, Hebammen und Logistiker rekrutiert.

Nach eigenen Angaben betrugen im Jahr 2015 die Einnahmen weltweit 1,44 Milliarden Euro und die Ausgaben für Nothilfeprojekte 1,28 Milliarden Euro weltweit. 92 Prozent dieser Einnahmen stammten aus privaten Spenden und Zuwendungen von weltweit mehr als 5,7 Millionen Spenderinnen und Spendern.
Die Organisation trägt das Zewo-Gütesiegel, welches gemeinnützige Organisationen für den gewissenhaften Umgang mit Spendengeldern auszeichnet.

Diese private Hilfsorganisation leistet medizinische Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten. Hierfür wurde ihr 1999 der Friedensnobelpreis und 2015 der Lasker~Bloomberg Public Service Award zugesprochen.

In mehr als 60 Ländern betreibt die Organisation medizinische Hilfsprojekte und bildet auch teilweise Mitarbeiterinnen im Land fort. Die Hilfsprojekte sind unterschiedlich und reichen von medizinischer Nothilfe über Bereitstellung von Trinkwasser und Latrinen bis zur medizinischen Aufklärung der Bevölkerung. Die Organisation weist aber auch, wie im Falle Tschetscheniens oder des Kosovo, auf Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen des humanitären Völkerrechts hin.

Die Vereinigung ist bestrebt, unabhängig, unparteiisch und so neutral wie möglich zu handeln. Nur dies ermöglicht es nach Auffassung der Organisation, in Krisenregionen wirkungsvoll humanitäre Hilfe zu leisten.

Die Organisation sieht auch das “Witnessing” („Zeuge sein“) im Rahmen der medizinischen Nothilfe als eine wichtige Aufgabe. Witnessing bedeutet, auf Völker in Not aufmerksam zu machen. Die Organisation ist zurzeit in 79 Ländern aktiv.