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Kilian Kleinschmidt wurde 1962 in Essen, Deutschland, geboren und war bis zu seinem 26. Lebensjahr Dachdecker und Ziegenkäse-Bauer in den französischen Pyrenäen. Bei einer Motorradtour durch Mali lernte er Menschen kennen, die im Rahmen von Entwicklungshilfe mit dem Bau einer Schule vor Ort beschäftigt waren. Er half, arbeitete mit. Der Beginn einer beeindruckenden Karriere.

Nach der erfolgreichen Entwicklung eines Berufsbildungszentrums in Uganda wechselte er in die Nothilfe der Vereinten Nationen.

Im Zuge des UN-Welternährungsprogrammes arbeitete er 1991 im Südsudan. Danach half er dem UNHCR beim Bau des Flüchtlingslagers Kakuma in Kenia. Zur Zeit der Schlacht von Mogadischu (Hauptstadt von Somalia) leitete er 1993 in Somalia das UNHCR-Büro.

1995 bis 1997 war er in Bosnien im Einsatz, danach in Sri Lanka.

Im Zweiten Kongokrieg koordinierte er eine Rettungsaktion für 100.000 Flüchtlinge aus Ruanda.

Er organisierte die Luftbrücke von Kisangani (im Kongo) nach Ruanda und leitete im Jahr 1999/2000 die Feldoperationen des UNHCR im Kongo.

Er arbeitete maßgeblich mit an der ‘Migrations- und Flüchtlingsinitiative des Stabilitätspakts für Südosteuropa‘ (2001 – 2004) und etablierte mit seinem Kollegen Soren Jessen-Petersen das MARRI-Center in Skopje (Hauptstadt von Nordmazedonien).

Herr Kleinschmidt verließ im Jahr 2014 die Vereinten Nationen. Er wollte sich von nun an der Entwicklung und Umsetzung innovativer Konzepte widmen.

Die Plattform Innovation & Planning Agency Switxboard ist der Outcome von letzterem und entspringt seiner Überzeugung, dass es weltweit um eine ‘agile Vernetzung’ von globalen Ressourcen gehen muss. Er hält diesen Ansatz für effizienter und auch zeitgemäßer als das althergebrachte Modell der Entwicklungszusammenarbeit.  IUMEE – United Resources, 2019 als neues Venture gegründet, setzt diesen Ansatz fort und plant eine globale analoge Vernetzungsstruktur, die durch Digitalisierung unterstützt wird.

Im folgenden Video, in leicht verständlichem Deutsch-Englisch, interpretiert er, dass die Industriestaaten durch ihr Entwicklungshilfe-Etat in Wirklichkeit nur ihre eigenen Fehler der globalwirtschaftlich-ökonomischen Vergangenheit abzubezahlen versuchen. Er geht auf den willkürlichen Unterschied zwischen Migrantin und Flüchtling ein. Er lehrt die Basics einer Flüchtlingshilfe-Kalkulation und verrät seinen Zuhörerinnen, dass hinter jeder dieser ‘Anonymität Flüchtling’ ein individueller Mensch steht mit all seinen menschlichen Grundbedürfnissen.

Und er beschreibt, wie man in einem Flüchtlingslager Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen kann.

Es braucht das großzügig Zur-Verfügung-Stellen von innovativen Städtebau-Planungskonzepten und das Bereitstellen von fortschrittlichem technischen Know-How durch Expertinnen vor Ort. Das gleichberechtigte Einbeziehen der Bewohnerinnen in Entscheidungsabläufe ist für Herrn Kleinschmidt eine Selbstverständlichkeit.

Er weiß, wie es gehen kann. Er weiß, wie man Menschen dazu selbstermächtigt, sich ihre eigene wirtschaftlich prosperierende Stadt zu bauen.

Vor einem Monat, im Februar 2021, corona-gerecht mittels Zoom-Videotelefonie, spricht Herr Kleinschmidt einmal mehr über seine Message. Er wird von Hedvig Morvai (runterscrollen zu: ‘Team ‘, 2. Reihe) betitelt als ‘Change-Maker ‘:

“Unsere (ike: menschliche) Welt wird es nur schaffen zu überleben, wenn sie lernt, den Planet Erde in seiner Gesamtheit zu sehen als ein einziges Gehirn. Ein Gehirn das besser funktioniert, je besser es lernt sich zu verbinden.” – seine Hommage an Kooperation. An den uneingeschränkten Austausch von Wissen, Ressourcen, finanziellen Mitteln, etc.

Ursächlich themenverwandt ist der Beitrag ‘Wo ein Wille‘.