Von 2003 bis Anfang 2017 hieß es für viele deviante und straffällige Jugendliche, vorwiegend aus der Schweiz und Deutschland, entweder Heim/Knast oder aufs Schiff. Jeweils 14 junge Menschen im Alter von 13 bis 18 segelten mit jeweils 8 Betreuerinnen (Pädagoginnen, Sozialarbeiterinnen, Schiffscrew) für ein ganzes Jahr durch die Welt. Mit 2017 mussten die Fahrten auf dem 107 Jahre alten Dreimaster “Salomon” eingestellt werden, die nötige Generalsanierung fand keine Finanzierung.

Ab 2019 soll eine Salomon II die Wiederaufnahme dieser sinnvollen Jugendarbeit gewährleisten.

Wenn es um Resozialisierung von jugendlichen Straftätern geht, dann spricht die Statistik eine eindeutige Sprache: 70% der Jugendlichen werden nach Verbüßung einer Haftstrafe rückfällig, nur 30% derer, die anstattdessen auf dem Schiff anheuerten. Es ist ein Segelturn auf Staatskosten, wobei die Kosten eines betreuten Jahres auf See grundsätzlich die gleichen sind, wie die Finanzierung eines Jahres im Heim. Von den Kosten für die Instandhaltung eines Segelschiffes abgesehen.  Das Ziel des pädagogischen Konzeptes ist der Aufbau von Selbstwertgefühl, laut Leiter Jonathan Reist:

durch das Erfahren von Erfolgserlebnissen (Selbstwirksamkeit),

durch intensive Beziehungserfahrung (mit Betreuerinnen) und

durch das Erleben von Gemeinschaft.

Die Jugendlichen schlafen in 4er Kajüten, für Privatsphäre ist kein Platz. Sie putzen und waschen ab, lernen segeln, haben Unterrichtseinheiten, erfahren also Struktur rund um die Uhr. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen für sich und Andere.  “Bestätigung im Negativen (Coolsein, Illegalität) wird abgelöst von Bestätigung im Positiven (Segelausbildung).”, erklärt Jonathan Reist das Erfolgsrezept.

Lass dich im Folgenden ein auf die 30minütige Reise (die restlichen Minuten sind Wiederholungen) auf hoher See:

Dieses Projekt war lange an die Stiftung Jugendschiffe Schweiz  angegliedert, später ging es über in die Haus Wildfang GmbH.